Berichte und Hinweise

An dieser Stelle veröffentlichen wir Texte zu unterschiedlichen Themen. Das können Impulse im Sinne von Gedankenanstößen oder auch Berichte sein, die mit dem Namen des Autoren gekennzeichnet werden, sofern sie nicht aus unserer eigenen Redaktion stammen. Wenn Sie einen Bericht hier veröffentlicht sehen möchten, wenden Sie sich an: website(at)waldorfschule-evinghausen.de.

Zwei unserer Schüler sind mit dabei!

Es macht Spaß, mal in den Blog von Franziska Rulhoff und Sascha Kühnert reinzuschauen, die gerade ein freiwilliges soziales Jahr an unserer Partnerschule in Windhoek machen. Klicken Sie auf die Überschrift und Sie kommen zu vielen Berichten und Bildern aus Namibia - es lohnt sich!

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unsere Info-Broschüre

Wir haben für neue Schulvereinsmitglieder ein Info-Paket geschnürt und drucken lassen. Man findet darin sehr viele für den Schulalltag relevante, ganz pragmatische Informationen. Jetzt ganz frisch: die aktualisierte 2. Auflage! Erhältlich im Schulbüro.

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Austausch macht Schule

Deutsch-Russischer Jugendaustausch

Unsere Partnerschaft mit der russischen Schule in Wolgoretschensk existiert seit drei Jahren. Sie entstand als ein Versuch, durch eine internationale Jugendbegegnung unseren Schülern die Möglichkeit zu geben, das Leben im Osten, zu erfahren, Kommunikation und Sprache, die sie seit der ersten Klasse erlernen, mit allen Sinnen zu erleben und die Jugendliche aus Russland aus der nächsten Nähe wahrzunehmen.

Bereits zwei Mal sind unsere Schüler in Russland gewesen und zwei Mal haben wir die russischen Gäste bei uns empfangen. Bei der Planung der Begegnungen wurden vor allem Interessen und Wünsche der Jugendlichen beider Länder berücksichtigt. In der Interaktion sollten sich die Schüler Strategien für eine Barriere freie Verständigung entwickeln und feststellen, dass Sprachkenntnisse keine Voraussetzung für eine gelungene Kommunikation sind.

Die Begegnungen haben bei uns allen unvergessliche Eindrücken hinterlassen: die kulturellen Besonderheiten der Länder, Mentalität der Menschen, Gastfreundschaft der Russen, die alle unsere Erwartungen übertraf und vieles mehr. Es wurden viele mentalen Grenzen und Stereotypen überwunden und festgestellt, dass wir uns viel näher sind, als wir vermutet haben.

Unsere nächste Begegnung findet vom 16.10 bis 28.10.2018 in Evinghausen statt. Das Thema des Treffens ist "Sich mit allen Sinnen begegnen". Dabei werden die Jugendlichen viele Aufgaben lösen müssen, die unterschiedliche Sinne ansprechen. Zum Beispiel: Hochseilgarten, Kanufahrt, Orientierungslauf, Escape Room, Dialog im Dunkeln und vieles mehr...

Natürlich wäre es schön, wenn als Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit Freundschaften entstehen würden. Eine Portion Welt Zugewandtheit und Selbstvertrauen bei den Jugendlichen möchten wir mit diesem Projekt auch erreichen.

Im Frühling planen wir unsere Reise nach Wolgoretschensk. Solche Veranstaltungen sind leider sehr kostspielig. Für Ihre Spenden und Fördergeld wären wir sehr dankbar.

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Henning Köhler fordert Schule als „sozialen Wärmeort“
von Holger Schulze, Bramscher Nachrichten vom 16.4.2018

Bramsche/ Evinghausen. „Aus dem Rahmen gefallen? Kindern, die uns herausfordern, heilend begegnen“, mit diesem Vortragstitel war einer der profiliertesten Vertreter anthroposophischer Pädagogik in der Waldorfschule Evinghausen zu Gast. Henning Köhler, Heilpädagoge, Kinder- und Jugendtherapeut, Autor zahlreicher Bücher und Leiter des Janusz-Korczak-Instituts plädierte mit seinem Vortrag leidenschaftlich dafür, diesen besonderen Kindern mit einem Blick zu begegnen, der nicht lediglich die vermeidlichen Fehler und Schwächen dieser Kinder fokussiert.

„Wie behindert ist unsere Normalität?“ und „ Diagnostische Abstempelungen machen mir großen Kummer“ - Mit solchen Meinungen und Fragen führte Hennig Köhler in den Abend ein. „Wenn ich Sie alle testen würde, dann wäre hier niemand, den ich nicht einem der diagnostischen Kriterien zuordnen könnte“; provozierte Hennig Köhler etwas, um deutlich zu machen, wie sehr eine stigmatisierende Beurteilung von Kindern heute schon normal ist.

Kinder, die die Erwachsenen an ihre Grenzen bringen und daher den dauernden Streit der Erwachsenen untereinander wegen ihnen mitbekommen und bemerken müssen, dass sie auf der Abschussliste stehen - anhand solcher Fallbeispiele thematisierte Henning Köhler die teils problem- und konfliktgeladene Lebenswelt der Heranwachsenden, die zudem unter einem „Bewährungsdruck“ gegenüber ihrem Umfeld stünden.

Wichtig für diese Kinder seien „schützende Kreise aus Bezugspersonen des Kindes. Eine pädagogische Verantwortungsgemeinschaft mit Entängstigung des Umfeldes ist nötig“, forderte Henning Köhler. „Die Eltern haben Angst um die Zukunft des Kindes. Die Schule hat Angst, dass, wenn noch ein paar dieser Kinder kommen, ihr alles um die Ohren fliegt“, beschrieb er das Spannungsfeld zwischen Schule und Elternhaus.

Zu hinterfragen sei jedoch der Rahmen, aus dem diese Kinder fallen. Denn Studien belegen, dass 90 Prozent der Kinder heute mehr oder weniger von dem abweichen, was seitens der Gesellschaft für normal gehalten wird. „Diese Norm ist fiktiv, die Realität besteht aus lauter Abweichungen von dieser Norm,“ meinte Köhler.

Einen Kardinalirrtum nannte Henning Köhler den Fakt, dass im letzten Jahrhundert eine statistische Durchschnittsnorm zu einer Sollnorm entwickelt wurde. Bei geringsten Abweichungen werden heute zahlreiche Fachleute herangezogen, um diese Abweichungen zu korrigieren. Dabei entwickeln sich Kinder heute immer weniger mit gleicher Geschwindigkeit in den verschiedenen Entwicklungsbereichen, sondern können in einem Punkt weit voraus- und gleichzeitig in anderen Bereichen der Norm hinterher sein.

„Wenn man die ganze Breite der Begabungen mal gelten lässt, wird man so viele unterschiedliche Kinder mit ganz vielen unterschiedlichen Begabungen erkennen.“ Dies gelte es „wertfrei anzusehen und nicht unentwegt darauf zu starren, was das Kind nicht oder nicht so gut kann, denn genau dies ruiniert das Selbstwertgefühl“, appellierte Hennig Köhler an die Zuhörer.

„Kinder werden individueller und dies auch immer früher, dem können wir nicht mehr ausweichen. Die Kinder zwingen uns dazu, das nach Altersgruppen genormte Lernen zu überprüfen, um den Kindern durch diese Fixierung auf die alten Muster nicht die Lebensfreude zu nehmen. Die Schulangst explodiert und die Psychiatrien kollabieren,“ meinte Köhler.

„Was brauchen die Kinder für die Zukunft? Welch ein Irrtum, wenn darunter das Abitur verstanden wird“, hinterfragte Henning Köhler ein weiteres Mal den Rahmen, an dem Kinder gemessen werden. So riet sein Gegenentwurf zu einer „Schule als sozialem Wärmeort, in dem soziales Leben, die Kunst und das Handwerk im Mittelpunkt stehen und Hoffnung beim Blick in die Zukunft vermittelt wird, wo Visionen wichtiger als gute Noten sind und nicht die Kapitulation vor dem Pragmatischen stattfindet.“

„Kinder sind frech, undiszipliniert, wild, verträumt, bewegungsfreudig. Sie klauen und lügen in bestimmten Lebensphasen, gehen über Grenzen, machen Unsinn und sie sind trotzdem Engel, aber vor allem keine kleinen Erwachsenen. Und wenn ein Kind so ganz Kind sein möchte und darf, dann wird es heute gerne als verhaltensgestört eingestuft“, war die im Ergebnis ernüchternde Bestandsaufnahme von Henning Köhler zur Situation der Kinder heute. „Michel aus Lönneberga oder Momo wären heute beim Therapeuten gelandet.“

Notwendig seien die Abstandnahme von Normvorstellungen, Geduld und Gelassenheit, die Akzeptanz des Rechtes der Kinder, so zu sein, wie sie sind sowie das „Recht auf den heutigen Tag, ohne Absichten und Pläne für die Zukunft. Wir müssen den Rahmen ändern. Das Hauptproblem heute sind nicht aggressive, sondern erschöpfte Kinder“, appellierte Henning Köhler ein weiteres Mal gegen Ende seines tiefschürfenden Vortrags.

Eine gesundheitsfördernden Pädagogik lebt in seinen Augen in einer Schule, in der die Sinne reifen können, die sozialen Wärme vermittelt, als „Kunstraum das Gestaltungsvertrauen“ fördert und in der Zukunftsvertrauen wachsen kann.

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Finanzhilfekampagne

Im Rahmen der Finanzhilfekampagne haben wir Politiker zu uns in die Schule eingeladen (es werden auch noch weitere folgen), wir haben die Unterschriftenaktion gestartet (man kann immer noch unterschreiben, Listen kann man direkt hochladen oder mir geben) und auch die Postkartenaktion, die leider sehr kurzfristig vor den Ferien kam, war ein Erfolg - jedenfalls nach den Politikerreaktionen.

Neue Hausordnung

Die neue Hausordnung mit der Bitte um Kenntnisnahme.

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Informationen zum Projekt Trink!Wasser

Aus einer E-Mail im Februar 2017 an unsere Schule:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
seit 2010 gibt es die Initiative Trink!Wasser, die vom Netzwerk Adipositas des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück mit Unterstützung mehrerer Wasserversorger ins Leben gerufen wurde. Das Ziel war es, mittelfristig alle öffentlichen Schulen mit Trinkwasserspendern zu versorgen. Inzwischen nehmen bereits über 60 Schulen in Landkreis und Stadt an dem Projekt teil.
 
Vielen Dank, dass auch Sie sich für eine Versorgung durch einen Trinkwasserspender entschieden haben. Anbei möchten wir Ihnen den offiziellen Flyer des Projektes als PDF-Datei zukommen lassen.
Den Flyer dürfen Sie gerne für Ihre Homepage nutzen, per Mail an Eltern und Kinder versenden oder als Ausdruck neben dem Wasserspender aufhängen, um den Beteiligten so noch einmal weitere Informationen zu dem Projekt zukommen zu lassen. Zudem können wir Ihnen bei Bedarf den Flyer in Papierform zur Verfügung stellen.
 
Die Gelegenheit würden wir auch gerne nutzen, um Sie um eine kurze Rückmeldung per E-Mail zu bitten: Ist der Wasserspender bei Ihnen noch in Verwendung und wie wird er von den Schüler*innen angenommen?
 
Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Schwierigkeiten haben, die das Projekt betreffen, wenden Sie sich bitte an uns.
 
Auf weiterhin gute Zusammenarbeit,
Mit freundlichen Grüßen
Janna Heinrich
Im Namen der Steuerungsgruppe Trink!Wasser

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Crowdfunding für pädagogische Friedensarbeit in Ägypten

Sekem ist eine Initiative in der Nähe von Kairo, die seit 40 Jahren mit der biologisch dynamischen Landwirtschaft und sozial-kulturellen Konzepten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent leistet.
Die Sekemshool ist inspiriert von der Waldorfpädagogik. Über all das hinaus, was die Kinder dort lernen dürfen, wird jeden Tag die Saat für eine friedlichere  Zukunft in der arabischen Welt gelegt.

Soraya Abouleish, eine Enkelin von Dr. Ibrahim Abouleish, dem Gründer der Sekeminitiative, hat nun eine Crowdfunding Kampagne gestartet, mit der weitere Projekte für Kinder und Jugendliche ermöglicht werden sollen. Hier kann man auch mit kleinen Beträgen helfen:
                          
Transforming Education in Egypt | Indiegogo

(Perönliche Infos über Ulrike Linnemann)

Auch wenn Sie nichts spenden möchten, können Sie helfen, indem Sie den Link über Ihr Netzwerk verbreiten.

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